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Seinen Tod vorbereiten

Kann man seinen Tod vorbereiten? - Soviel ist sicher, man kann seinen Tod nicht proben. Er muss beim ersten Mal glücken als die letzte Leistung dieser Erdenzeit: der Übergang vom Diesseits in die Vollendung des ewigen Lebens im dreifaltigen Gott.
Der November gilt als der Totenmonat. Die vielen Gedenktage: Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Totensonntag, Buß u. Bettag erinnern mit ihren Inhalten an die Toten und an den Tod. Die scheinbar sterbende Natur bringt die Gedanken in eine ähnliche Richtung. Irgendwie erleben wir den November als einen traurigen, aber auch besinnlichen Monat.
Dabei kommen die Gedanken auch auf die Frage, warum gibt es überhaupt den Tod? Warum muss ich sterben? Warum müssen manchmal junge Menschen sterben? Viele verdrängen diese Frag. Wir wollen eben leben. Aber was ist das für ein Leben, das vom Tod gekennzeichnet ist? Bisher ist es nicht gelungen, den Tod abzuschaffen. Wir können ihn vielleicht hinauszögern.
Der Tod ist eine Wirklichkeit. Darum muss man mit ihr rechnen. Wenn der Tod auf uns zukommt, müssen wir ihn vorbereiten. Und man kann seinen Tod vorbereiten. Dazu bedarf es einmal der Klugheit und zum anderen des Glaubens.
Klugheit heißt, die ganze Wirklichkeit ernst nehmen. In unserer Besinnung bedeutet das, den Tod ernst zu nehmen. Auch wenn wir den Wunsch haben, dass wir vielleicht „vergessen“ werden. Wir Menschen sind doch oft leichtfertig und unklug, wenn wir nur Wohlstand, Leistung, Gewinn und Vergnügen gelten lassen, und dabei die Frage nach dem Sinn und der Zukunft und Vollendung unseres Lebens auslassen. Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, an seiner Seele aber Schaden leidet.
ZUR Vorbereitung des Todes gehört weiterhin die Erneuerung des Glaubens an den Schöpfergott und die Auferstehung der Toten. Der Glaube an Gott ist notwendig, damit uns klar bleibt, wer der Herr des Lebens und der Welt ist. Zu leicht verliert der Mensch die Nerven, wann er in seiner Meinung, „Herr der Welt“ zu sein, die eigene Ohnmacht erlebt, keinen Ausweg mehr sieht und verzweifeln muss. Das Wissen um den wahren Herrn der Welt vermag dem Leben Sinn und Halt zu geben. Und dieser Herr ist es auch, der uns die Auferstehung verheißen hat. Alles menschliche Sehnen, Wünschen und Streben soll seine Vollendung und Erfüllung finden in Gott.
Alles Wirken und Schaffen des Menschen ist nicht ein qualvoller Zeitvertreib, sondern Grundlage für das Leben in der neuen Schöpfung, die Gott wirken kann.
Glauben Sie an Gott, der uns die Auferstehung verheißen hat? Der November sollte Ihnen Ihre Antwort auf diese Frage bringen! Mit ehrlichen Antworten lässt es sich auch in der unheimlichen Todesgewissheit besser leben; mehr noch, man bereitet sich auf seinen Tod vor. Große Männer der Geschichte haben das ausgesprochen. So der hl. Augustinus: Der Tod ist das Tor zum Leben. So Paulus: Leben ist mit Christus und Sterben ist mir Gewinn.

Anton Sinningen