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Urkunde

der Grundsteinlegung für die Sankt Antoniuskirche zu Voxtrup bei Osnabrück am 8. Mai 1932.
Im Namen des Dreieinigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, Amen.
Zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria, der unbefleckten Empfangenen, der Mittlerin aller Gnaden, zu Ehren des heiligen Joseph, des glorreichen Nährvaters Jesu Christi, und des heiligen Bekenners Antonius von Padua, dem diese Kirche in der Gemeinde Voxtrup als ihrem besonderen Patron unterstellt werden soll, ist dieser Grundstein am Sonntag, dem 8. Mai 1932, innerhalb der Oktav des Festes Christi Himmelfahrt kirchlich gesegnet worden durch den derzeitigen Pfarrer der St. Josephskirche zu Osnabrück Adolph Julius Cramer aus Hamburg.
Die St. Josephskirchengemeinde zu Osnabrück zählt augenblicklich etwa 8.500 Seelen und so liegt das dringende Bedürfnis nach Teilung dieses Seelsorgebezirkes vor aller Augen. Die Gemeinde Voxtrup zählt gegen 1.350 Katholiken, die bis zu 1 ¼ Stunden von der St. Josephskirche entfernt wohnen. Besonders bei schlechtem Wetter macht sich die weite Entfernung von der Pfarrkirche recht unliebsam bemerkbar. Die katholischen Schulkinder von Voxtrup, deren Zahl augenblicklich 260 beträgt, müssen jahraus-jahrein auf den Besuch der Schulmesse verzichten. So haben sich denn die Katholiken von Voxtrup nach reiflicher Überlegung entschlossen, einen eigenen Kirchenbau in Angriff zu nehmen. Unser Hochwürdigster Herr Bischof, Dr. theol. Wilhelm Berning hat diesen Plan von Anfang an mit Wohlwollen und Freunde aufgenommen und gern seinen Segen zu diesem gottgefälligen Vorhaben gegeben.
Um das große Unternehmen des Kirchenbaues in Ganz zu bringen und zu einem gedeihlichen Ende zu führen, vor allem auch um den Kirchenbau als eigenes Werk der umwohnenden Katholiken gebührend ins Licht zu setzen und ihre Opferwilligkeit heilsam anzuregen, wurde im Anfange des Jahres 1925 ein besonderer Kirchenbau-Verein der Gemeinde Voxtrup gegründet und beim Amtsgericht Osnabrück eingetragen.
Den Bauplatz schenkten die katholischen Hofbesitzer der Gemeinde Voxtrup, indem sie durch Austausch von Grundstücken die beiden Hofbesitzer Heinrich Brockmann und Mathias Arling, auf deren Grund hauptsächlich Kirche und Friedhof zu liegen kommen, teilweise entschädigten.
Den Plan zum Kirchenbau entwarf der Architekt Franz Rahe aus Osnabrück.
Die Bauarbeiten stehen unter Leitung von Johannes Licher aus Nahne, Josef Dierker aus Voxtrup und Josef Sellmeyer aus Osnabrück.
Die Eisenbetonarbeiten werden ausgeführt von Bauunternehmer Heinrich Hagedorn aus Osnabrück.
Die für den Bau in Betracht kommenden Arbeiten sind teilweise um Gotteslohn geleistet worden; so ist z. B. das Fundament gratis gemauert worden. Die zum Bau erforderlichen Steine sind unentgeltlich durch die Maurer behauen worden. Die Hofbesitzer schenkten außer Grund und Boden auch noch das Bauholz und leisteten die vielen Fuhren mit ihren Gespannen umsonst. Die Steine des aufgehenden Mauerwerkes stammen aus einem Steinbruche des Hofbesitzers Meyer zu Hickingen, der die Steine um Gotteslohn zur Verfügung stellte.
Überhaupt zeigte sich bei den Voxtruper Katholiken eine oftmals rührende Opferwilligkeit.
So konnte man im Frühjahr 1932 getrost an die Ausführung des Baues herangehen.
Die Zeiten, in denen wir leben, sind – äußerlich betrachtet – recht trübe und armselig. Es herrscht eine erschreckende Arbeitslosigkeit, die mit der Zahlung der ungeheuren Kriegsschulden und dem Überhandnehmen der maschinellen Betriebe zusammenhängt.
An der Spitze des genannten Kirchenbau-Vereins steht der Hofbesitzer Heinrich Brockmann als erster Vorsitzender. Sein Stellvertreter ist Fritz Bensmann. Schriftführer ist der Lehrer Heinrich Riepe, sein Stellvertreter Lehrer Hermann Riehemann. Kassenwart ist Schulrektor Hans Eissing, sein Stellvertreter Heinrich Schowwe, Hofbesitzer. Beisitzer sind außerdem: Hofbesitzer Heinrich Budde, Heuerling Konrad Nobbe, Invalide Hermann Witte, Hofbesitzer Heinrich Stricknmann, Hofbesitzer David Kruse, Stellmachermeister Heinrich Warner, Heuerling Hermann Harmeyer, Maschinist Heinrich Petersmann, Gemeindevorsteher Hofbesitzer Ferdinand Große-Schawe.
Den Ehrenvorsitz im Kirchenbauverein führt Herr Pfarrer Adolph Cramer von St. Joseph zu Osnabrück, der sich allzeit warm für die Förderung des Baues eingesetzt hat.
An der Schule von Voxtrup wirken folgende treu katholische Lehrer und Lehrerinnen: Rektor Hans Eissing, Lehrerin Katharina Bartelsmann, Lehrer Heinrich Riepe, Lehrer Hermann Riehemann, Lehrer Wilhelm Apel, Lehrerin Maria Thiesing.
Vorsteher der politischen Gemeinde ist zur Zeit der Hofbesitzer Ferdinand Große Schawe, genannt Meyer zu Hickingen.
Standesbeamter ist der Schneidermeister Hermann Hettlich.
An der St. Josephskirche wirken außer dem Pfarrer noch die beiden ständigen Hilfsgeistlichen Werner Schwager aus Damme i/Oldenburg und Fritz Lessmann aus Dortmund. Aushilfsweise ist an St. Joseph noch tätig der Präzeptor Hans Hermann Breuer aus Hamburg.
An der Spitze des Landkreises Osnabrück steht zur Zeit Herr Landrat Curt von Detten; Kreisbaumeister Herr Karl Beverförden in Osnabrück hat die Zeichnungen für den Kirchenbau begutachtet.
So möge Gottes reichster Segen uns begleiten, daß wir den Bau glücklich ohne Unfall in nicht allzu langer Zeit vollenden! Möge der Bau dazu beitragen, daß die Katholiken von Voxtrup sich immer mehr fühlen als Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes, erbaut auf die Grundfeste der Apostel und Propheten, während Christus Jesus selbst der Haupteckstein ist, durch welchen das ganze Gebäude gefügt ist und heranwächst zu einem heiligen Tempel im Herrn (Eph. 2, 19-21).
Zur Urkunde der Wahrheit haben wir obigen Darlegungen unter Beidrückung des Amtssiegels mit unserer eigenhändigen Unterschrift beglaubigt.

Osnabrück – Katholisches Pfarramt St. Joseph,
den 8. Mai 1932
(Siegel) gez. Cramer, Pfarrer

Anmerkung: Es handelt sich um eine Abschrift der Urkunde aus dem Jahre 1932, einschließlich der damals gültigen Rechtschreibregeln.