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Auf ein Wort - oder zwei...

Gott ist Mensch – mit aller Konsequenz

„In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen.“ (Evangelist Lukas 2,1)

Mit diesem Satz des Evangelisten Lukas begann die Erzählung der Menschwerdung Gottes in der Heiligen Nacht des vergangenen Jahres. Gott wird Mensch, und die Botschaft von Weihnachten wurde uns früher, so kenne ich es noch von meiner Oma, durch Krippe und Baum bis Maria Lichtmess am 2. Februar vor Augen gehalten. Und alles was sichtbar ist beeinflusst uns auch!
Menschwerdung Gottes…ein starkes Wort, das in diesen Zeiten an Wichtigkeit und Aufmerksamkeit nicht zu unterschätzen ist. Gott legt uns seine Menschwerdung in die Wiege, die Unbekümmertheit, die Zerbrechlichkeit, die Hilflosigkeit, die Geborgenheit, die Lieblichkeit. Eigenschaften, wie sie eben ein Säugling hat, und niemand käme auf die Idee, so einem kleinen Fratz etwas anzutun. (fast niemand) Gott ist Mensch – mit aller Konsequenz. Und so erlebte auch Gott, dass Menschwerdung und Menschsein eben nicht so bleibt wie in den ersten Monaten eines jungen Lebens. Was dann irgendwann nicht mehr passte, was unbequem wurde, weil Wahrheiten unbequem sind, wurde folglich ans Kreuz genagelt. Gott weiß darum, er opfert sich in dem Menschen Jesus, damit wir leben. Denn dieser Jesus ist nicht im Tod geblieben. Und was haben wir aus Gottes Konsequenz gelernt?

Ich bin eines von den privilegierten, wohlbehüteten Kindern dieser Welt; wie viele von uns. Und wir haben einen Auftrag: Erzählt dieser Welt von diesem menschgewordenen Gott und seiner Botschaft von Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit!

All die Schlagzeilen und Bilder dieser Welt umtreiben mich/uns mit großer Sorge, mit Sorge um die Zukunft für uns alle. Ob es der europäische Gedanke ist, in Frieden und Freiheit miteinander zu leben oder die vielen politischen Veränderungen dieser Welt. Mit vielen Menschen in politischer Verantwortung würde ich gerne die Texte meines Lieblingsevangelisten Lukas lesen und diskutieren.

Was bleibt ist der Glaube ein Geschöpf Gottes zu sein, das Ja zum Leben sagt und Ja zum Glauben an das Gute im Menschen. Und das beginnt dort, wo ich lebe mit all meinen Beziehungen. Sie haben schon oft das Wort „Sozialpastoral“ von mir gehört oder gelesen, es beschreibt für mich den konsequenten Blick auf meinen Nächsten, und wir sind in unseren Stadtteilen dazu aufgerufen diesen Gedanken umzusetzen, und zwar konsequent. Dabei verändern wir zwar nicht die Geschicke dieser Welt, aber wir versuchen darin die Botschaft der Menschwerdung Gottes zu leben, zu teilen und vor allem zu respektieren.

Dieses Jahr ist noch jung, vieles haben wir uns vorgenommen, einige Träume sind vielleicht schon geplatzt andere können wir vielleicht realisieren. Ich wünsche uns, dass uns die Menschwerdung Gottes in dieses junge Jahr hinein begleitet und wünsche uns allen gute Erfahrungen für 2017!

Ihr und Euer
Dirk Schnieber